THOMAS STRAUCH

© Klaus Peter Wittemann


In seinem Soloprogramm spielt Multi-Instrumentalist und Sänger Thomas Strauch Lieder und Tänze aus eigener und fremder Feder. Obwohl er eindeutig im Folk verwurzelt ist, nimmt er es mit den Grenzen der Stile nicht sonderlich genau.
Seine Musik ist eine, zu der sich durchaus tanzen lässt: Walzer, Mazurkas und Schottische finden sich neben Liedern in deutscher und englischer Sprache, überwiegend vertonte Gedichte, etwa von Johann Christian Günther, Jens Gerlach oder Henry Martin Klemt. In seinen eigenen Liedern erzählt Strauch von schönen schweren Herzen oder auch von Auftragskillern mit Motorschaden.


"... Ich wünsche der Deutschfolk-Szene, dass sie nicht reflexartig mit Menschen am rechten Rand in Verbindung gebracht wird. Denen möchte ich die Musik nicht verbieten, ich möchte aber auch nicht in einen Topf mit ihnen geworfen werden nur auf Grund meiner musikalischen Vorliebe.
(Thomas Strauch)

© René Pütsch

Was ist dein musikalischer Hintergrund?
Thomas Strauch: Seitdem ich sechs Jahre alt bin, stehe ich auf der Bühne. Angefangen habe ich mit dem Singen im Knabenchor der Singakademie Frankfurt (Oder). Dort bin ich erstmals mit dem Repertoire der deutschen Volklieder in Berührung gekommen und habe sie immer gern gesungen. Später habe ich über Musikschule und privaten Unterricht verschiedene Instrumente gelernt, unter anderem Kontrabass, Bodhrán und Gitarre. Meine Ohren sind stets offen für neue Musik. So kommt es, dass ich von Jazz über Reggae und Rock auch gern mal einen Old Time (Redaktion: Traditionelle US-amerikanische Folkmusik) Klassiker höre und spiele. Das vorerst letzte Instrument, in das ich mich verliebt habe, ist die Thüringer Waldzither. Dem runden, vollen Klang konnte ich mich nicht entziehen. Zur deutschen Folkmusik bin ich Mitte der Neunziger durch die Frankfurter Folkband „Drei Liter Landwein“ gekommen, der ich weit über zwanzig Jahre angehörte.

Was fasziniert dich an traditioneller Musik? Mir gefällt vor allem, dass es sich um Musik handelt, die von jeder und jedem einfach verstanden wird. Sie ist erdig, sie spiegelt unser hiesiges Leben wieder, sie ist überaus abwechslungsreich und an ihr scheiden sich die Geister.

Wie gehst du beim Arrangieren vor? Ich lasse es vor allem erstmal laufen und versuche, zuzulassen, was das Stück von selbst einfordert. Dabei experimentiere ich gern mit unterschiedlichen Tempi, Takt- und Tonarten. Dann fange ich an, zu kürzen und finde so - wenn alles gut geht - den Kern der Musik.

Was wünschst du dir für die (Deutsch-)Folkszene in Deutschland? Für die Deutsch-Folkszene wünsche ich mir, dass ich mich eines Tages nicht mehr erklären muss. Ich wünsche der Szene, dass sie nicht reflexartig mit Menschen am rechten Rand in Verbindung gebracht wird. Denen möchte ich die Musik nicht verbieten, ich möchte aber auch nicht in einen Topf mit ihnen geworfen werden, nur auf Grund meiner musikalischen Vorliebe. Im Großen und Ganzen wünsche ich der Deutsch-Folkszene mehr Beachtung. Denn was hier an innovativer Energie freigesetzt wird, könnte sicher auch einem breiteren Publikum den heimatlichen Horizont erweitern.


Lieblingslied

Es geht ein dunkle Wolk herein ist für mich eines der schönsten deutschen Volkslieder. Die Melodie erwärmt mir das Herz und füllt es mit einer sanften Melancholie. Der Text ist eindeutig, zugleich mehrschichtig zu lesen und nicht zuletzt dadurch wunderschön. Die Version von „Drei Liter Landwein“ ist mir die liebste, da ich das Lied durch sie kennengelernt habe.

> Lieblingslieder-Playlist (Youtube)

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